Cloud + Big Data = Big Business!?!

am 26 Januar, 2015

Vor ungefähr 10 Jahren wurde der Begriff Web 2.0 geprägt. Er steht für eine neuartige Nutzung des Internet. Schlagworte wie «Dezentralisierung, », «Kommunikation» und «Zusammenarbeit» (Colaboration) sollten die bisher bekannten Dienste des Netzes revolutionieren.

In der Folge bekamen wir mit Sozialen Netzwerken (Social Networks) wie Facebook, Twitter und Co. eine neue Erlebniswelt präsentiert, die unsere Phantasie und unsere Geschäfte bereicherte. Der Mechanismus dafür war so simpel wie genial. Der Nutzer bekommt das Gefühl, durch eigene Aktivität («Teilen», «Status berichten», «Gefällt mir», «Tweets») ein Teil dieser neuen Entwicklung zu sein.

Dieser schönen neuen Freiheit der Kommunikation steht mittlerweile der fade Beigeschmack von Kontrolle gegenüber.

  • Die großen Internet-Unternehmen nutzen das riesige Datenaufkommen für ihre Zwecke. 
  • Die Politiker vieler Länder stellen ihre Bevölkerung unter Generalverdacht. Vorgeschoben werden Vermutungen über terroristische Aktivitäten oder die Verbreitung von ungesetzlichen Inhalten. 

In beiden Fällen werden gesammelte Daten gespeichert und analysiert.

 

Big Data für Konzerne - Inhalte sind unwichtig

Für die großen Internet-Konzerne wie Google, Facebook und ähnliche ist es vorrangig, die Akzeptanz der Benutzer für diese Kommunikations-Plattformen hoch zu halten. Ein großartiger Schachzug ist Facebook mit dem Zukauf von WhatsApp gelungen. „Was soll’s ...“, sagen sich viele. „Die Dinge, die ich dort veröffentliche sind belanglos und verraten so gut wie nichts über mich!“

Der Inhalt der Kommunikation ist für die Unternehmen tatsächlich belanglos. Er wird von diesen lediglich als Trigger gesehen, die User weiter kommunizieren zu lassen. Die wirkliche Wertschöpfungskette für die “Big-Data“-Unternehmen verläuft folgendermaßen:

--> Mustererkennung (z.B. Gewohnheiten des Handelns) 

--> Wahrscheinlichkeiten für zukünftiges Handeln ermitteln 

--> Strategien entwickeln, um diese Wahrscheinlichkeiten zu manipulieren

Freilich gäbe es für die Unternehmen die Möglichkeit, die erkannten Muster für positive Dinge zu Gunsten des Nutzers einzusetzen. Das ergäbe aber keinen Profit. 

Man kann in den großen Stores wie Amazon sehr gut erkennen wie alles darauf ausgerichtet ist menschliches Handeln im Sinne des Umsatzes zu manipulieren. Dabei wird dem Besucher immer eine scheinbare „Wahl-Freiheit“ suggeriert. Jedoch würde Zalando, zum Beispiel kein Kleidungsstück empfehlen, dass es nicht selbst anbieten kann. 

 

Regierungen fischen in den Daten-Sammelbecken

Anders als bei Big-Data Unternehmen, sind für Staaten und Geheimdienste auch die Inhalte der Kommunikation von Bedeutung. Spätestens seit Edward Snowden wurde den meisten Internet-Nutzern klar, dass eine Privatsphäre bei der elektronischen Kommunikation faktisch nicht existiert. Nach und nach spürte man den immensen Vertrauensverlust bei den Nutzern der Kommunikationsplattformen. Die Kritik wurde lauter. Dadurch alarmiert, versuchte z.B. Google, den Datenabgriff durch die NSA per sogen. Ende-zu-Ende Verschlüsselungstechniken zu stoppen. 

Auch Microsoft will das Vertrauen der Kunden zurück erlangen. Überall in den USA ficht Microsoft Prozesse aus. Das Unternehmen will erreichen, dass keine amerikanische Behörde auf die Kundendaten international agierender amerikanischer Unternehmen zugreifen darf. Bis heute hat Microsoft allerdings keinen dieser Prozesse gewonnen.

 

Was bleibt übrig?

Die Geister die man rief, verselbständigen sich also gerade. Aktuell wird es Big-Data Unternehmen sehr schwer fallen, verlorenes Vertrauen der Nutzer zurück zu erlangen. Selbstverständlich versucht man die Akzeptanz für die Cloud über die Privat-Nutzung in die Unternehmen zu befördern. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Entscheider in den Unternehmen in der Lage sein werden zu differenzieren. Insbesondere bei Unternehmens-Cloud-Lösungen stellen wir tagtäglich fest, wie gering die Akzeptanz bei den Entscheidern für komplexe Cloud-Umgebungen tatsächlich ist. Die Site “IT Mittelstand“ nimmt diesen Tenor auf und empfiehlt „Cloud Computing als feindliches Territorium zu betrachten“.

Tipp: Es gibt in bestimmten Unternehmens-Konfigurationen die Notwendigkeit, Cloud-basierte Dienste oder Mischformen zu implementieren. Dienstleister und Hersteller, die Ihnen heute jedoch Cloud-Dienste ohne kritische Hintergrundinformationen empfehlen, handeln aus unserer Sicht nicht seriös.

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